Übersicht der Pilotphase (2017-2020)

Pilotphase für den Einsatz des „Nachhaltigkeitsmodul Milch“

Die Partner des Pilotprojektes
Das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft zusammen mit dem Projektbüro Land und Markt im Auftrag des QM-Milch e.V. erarbeitet. Vom Frühjahr 2017 bis Juli 2020 wurde das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ erstmals und bundesweit in der Praxis eingesetzt – in Form des Pilotprojektes „Nachhaltigkeitsmodul Milch: Umsetzung und Praktikabilitätsprüfung eines branchenbezogenen Konzeptes zur nachhaltigen Entwicklung der Milcherzeugung in Deutschland“. Das Pilotprojekt wurde auf drei Jahre festgelegt.
Partner im Pilotprojekt waren das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, der QM-Milch e.V. mit den Trägerverbänden Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV) und Milchindustrie-Verband (MIV) sowie das Projektbüro Land und Markt. Ebenfalls eingebunden war der Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen. Praxispartner waren bundesweit 34 Molkereien unterschiedlicher Größe und Ausrichtung, von denen 26 das Nachhaltigkeitsmodul einsetzten und eine Erhebung bei den Milcherzeugern durchführten. Darüber hinaus nahmen 2 Milcherzeugergemeinschaften teil.
 
Förderer des Pilotprojektes: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Die Förderung des Vorhabens erfolgte aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgte über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. Das Pilotprojekt wurde vom Bund mit rund 770.000 Euro gefördert.




Ziele des Pilotprojektes
Die Ziele des Pilotprojekts waren,
  • das Konzept „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ in der Praxis einzuführen,
  • die Praktikabilität und Anerkennung bzw. Akzeptanz des Konzeptes bei Milcherzeugern, Molkereien, der weiterverarbeitenden Industrie, beim Handel und bei verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu überprüfen und
  • das derzeitige Konzept weiterzuentwickeln.




Die Aufgaben in der Pilotphase
Das Projekt setzte sich aus vier Hauptaufgaben zusammen:
 
 
  • Das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ einführen und testen
Die Molkereien befragten ihre Milcherzeuger mit dem Fragebogen des „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ und gaben die Daten in eine zentrale Datenbank ein. Bei diesem Prozess wurden die Molkereien vom Projektbüro Land und Markt begleitet. Die Daten wurden vom Thünen-Institut ausgewertet und die Ergebnisse bei den jeweiligen Molkereien und Milcherzeugern vorgestellt. Die Fakten zum Status quo wurden angesehen und diskutiert, Ziele zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Milcherzeugung formuliert und Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet.
 
  • Die internationale Anschlussfähigkeit des „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ prüfen
Hier ging es darum, in einer Umfeldanalyse Nachhaltigkeitskonzepte der internationalen Milchbranche wie unter anderem die Global Dairy Agenda for Action zu untersuchen. Auf diese Weise sollten wichtige internationale Entwicklungen im Themenfeld nachhaltige Milcherzeugung beobachtet werden, um das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ im nationalen und internationalen Kontext einordnen und entsprechend weiterentwickeln zu können.
 
  • Die Praktikabilität und Akzeptanz des „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ prüfen
Für die Evaluierung wurden die Perspektiven der beteiligten Milcherzeuger und ihrer Molkereien sowie die Sicht von Handel, verarbeitender Industrie und NGOs auf das bisher umgesetzte Konzept und die in dessen Rahmen durchgeführten Aktivitäten eingeholt. Die Ergebnisse sollten konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des Konzeptes liefern.
 
  • Ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten
Die Ergebnisse der Evaluierung und die Erfahrungen des Pilotprojektes werden in die Weiterentwicklung einfließen. Es wurde ein Konzept für die weitere Nutzung des Nachhaltigkeitsmoduls Milch für die Zeit nach der Pilotphase erarbeitet. Die Nutzung des Konzeptes durch weitere Molkereien ist geplant und damit dessen weitere Verbreitung als Branchenlösung der deutschen Milchwirtschaft.
 
Ergebnisse der Pilotphase
Mit Hilfe des Nachhaltigkeitsmoduls wurde ein bundesweit möglichst einheitliches Verständnis der für Milchviehbetriebe bzw. für die Milcherzeugung relevanten Nachhaltigkeitsaspekte angestrebt. Im Ergebnis liegt eine geeignete, nach außen transparente Branchenlösung zur nachhaltigen Entwicklung der Milcherzeugung vor. Neben der Datenbank, dem Kriterienkatalog sowie dem Fragebogen wurden Ergebnisberichte für Landwirte in Form von sogenannten Benchmarkberichten (Vergleich der Betriebsdaten mit den anderen Milcherzeugern der Molkerei), molkereiinterne Ergebnisberichte sowie ein gesamtdeutscher Bericht erstellt. Zusätzlich wurde ein Konzept für den Einsatz des Moduls in einem anschließenden Folgeprojekt entwickelt. Darüber hinaus wurden ein Praxisleitfaden und eine Broschüre zu den gesamtdeutschen Ergebnissen erstellt.
 
(Näheres unter "Ergebnisse in der Pilotphase".)