Worum es geht

Worum es beim „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ geht

Weltweit nachgefragt: Nachhaltige Milcherzeugung
Eine nachhaltige Wirtschaftsweise wird immer mehr zu einer konkreten Anforderung an die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung von Lebensmitteln. International wie national möchten Verbraucher und Öffentlichkeit, Handel und Hersteller auch von der deutschen Milchwirtschaft wissen: Wie nachhaltig wird die Milch erzeugt und weiterverarbeitet? Wie und was die deutsche Milchwirtschaft darauf antworten kann, welche Fakten für eine nachhaltige Milcherzeugung sie vorlegen kann, wird zukünftig für ihre Wettbewerbsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen.
 
Ein Tool für die nachhaltige Entwicklung der deutschen Milcherzeugung
Vor diesem Hintergrund wurde vom Thünen-Institut zusammen mit dem QM-Milch e.V. und weiteren Akteuren der Milchwirtschaft das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ erarbeitet. Bestandteile sind ein Fragebogen zur Erhebung von Nachhaltigkeitskriterien in den Milchviehbetrieben und ein Bericht mit Erläuterungen und Bewertungsoptionen. Das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ soll die Molkereien und Erzeugerbetriebe bei einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Milcherzeugung unterstützen und einen Dialog über die dafür relevanten Themenbereiche initiieren. Zudem soll es Fakten liefern, um Marktpartnern und Gesellschaft aufzeigen zu können, „wo man in Sachen Nachhaltigkeit steht“.
 
Bericht zum „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ (Kriterien, Erläuterungen, Bewertungsoptionen)
 
 
Prozess nachhaltige Milcherzeugung – Entwicklung eines Nachhaltigkeitsmoduls zur Erfassung und Bewertung von Nachhaltigkeitskriterien auf milchviehhaltenden Betrieben
Thünen Working Paper 54
 
Fundierte Kriterien aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Tierwohl Das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ beinhaltet einen breiten Katalog für die Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Tierwohl. Für jedes Kriterium wurde ein Factsheet (Faktenblatt) mit ausführlichen Beschreibungen und einem Bewertungsansatz erstellt, die in dem Bericht zum Nachhaltigkeitsmodul enthalten sind. So wird es möglich, die Situation von Milcherzeugerbetrieben in Bezug auf jedes dieser Kriterien differenziert erfassen und beurteilen zu können sowie gezielt Veränderungsmöglichkeiten zu erkennen.  Die Kriterien und deren Bewertungsansätze wurden in enger Abstimmung mit Vertretern von Molkereien, Milcherzeugerbetrieben und Verbänden sowie im Rahmen von drei Workshops diskutiert und ausgewählt. An den Workshops nahmen neben den zuvor genannten Gruppen auch Vertreter aus den Bereichen Umwelt- und Tierschutz, aus der landwirtschaftlichen Beratung, verschiedene Fachwissenschaftler und Vertreter von Lebensmittelhandel und Lebensmittelindustrie teil. Auf diese Weise wurde ein wissenschaftlich fundiertes, für die Praxis geeignetes Konzept entwickelt, das mit überschaubarem Aufwand einsetzbar ist und sich ebenso für konventionell wie für ökologisch wirtschaftende Milcherzeugerbetriebe eignet. 
Ein Leitgedanke bei der Entwicklung war: Je breiter der Kriterienkatalog, umso praxisgerechter kann das komplexe Thema Nachhaltigkeit abgebildet werden. Denn kein Betrieb ist perfekt, und die Stärken und Schwächen in Bezug auf bestimmte Kriterien hängen neben dem betrieblichen Management von der (traditionell geprägten) Betriebsorganisation und den natürlichen sowie räumlichen Standortbedingungen der Milcherzeuger ab.


Bild: Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.
 
Übersicht über die aktuellen Kriterien des „Nachhaltigkeitsmodul Milch“
Das Dokument finden Sie hier.